Kleines Loch, große Baustelle!
Waschbecken-Austausch im Eriba-Touring-Rockabilly.

Manchmal braucht es nur ein heruntergefallenes Parfüm – und schon hat man ein Loch im Waschbecken.
Genau das ist uns passiert. Unser Waschbecken im Eriba war beschädigt und ziemlich schnell war klar: So wollen wir nicht weiterfahren.
Die erste Reaktion? Ehrlich gesagt: Ratlosigkeit.
Von außen war überhaupt nicht zu erkennen, wie dieses Waschbecken eigentlich eingebaut worden war. Wo anfangen? Was muss raus? Was ist geschraubt, was geklebt? Und vor allem: Wie bekommt man das Ganze überhaupt auseinander, ohne noch mehr kaputt zu machen?
Ein neues Waschbecken kostet rund 200 Euro. Eine Reparatur des alten Waschbeckens kam nicht wirklich infrage, denn auch dafür hätte es erst einmal ausgebaut werden müssen. Eine Werkstatt hätte für die Reparatur beziehungsweise den Austausch ungefähr 1.000 Euro veranschlagt.
Also war die Entscheidung schnell getroffen: Selbst ist die Frau.
Schritt 1:
Erst einmal alles abmontieren
Als Erstes mussten alle Anschlüsse weg.
Abfluss, Warm- und Kaltwasserleitungen, Schläuche – alles musste entfernt werden, damit wir überhaupt an das Waschbecken herankommen konnten. Klingt einfach. Der Platz ist knapp. Sehr knapp.
Dazu braucht man kleine, starke Hände, körperliche Beweglichkeit, die irgendwo zwischen Yoga-Königin und Schlangenfrau liegt. Aber irgendwann war alles abgebaut.
Schritt 2:
Die obere Platte muss herunter
Jetzt kam die nächste Überraschung.
Die obere Platte über dem Waschbecken musste entfernt werden. Erst zu diesem Zeitpunkt haben wir herausgefunden, wie brutal gut diese Platte befestigt war.
Sie war nicht einfach mit etwas Silikon fixiert, sondern mit einem extrem starken doppelseitigen Klebeband. Dünn, leicht gepolstert – aber bombenfest.
Also hieß es: vorsichtig arbeiten und bloß nichts zerstören.
Zum Einsatz kamen unter anderem ein Drahtseil zum Schneiden von Windschutzscheiben, ein sehr scharfes Teppichmesser und vor allem eines: Geduld. Sehr viel Geduld.
Millimeter für Millimeter wurde die Platte vom Klebeband getrennt. Nach mehreren Stunden war es endlich geschafft. Die Platte war ab. Und tatsächlich: Alles unbeschädigt.
Schritt 3:
Jetzt kommt das eigentliche Waschbecken
Das Waschbecken war mit Sikaflex verklebt beziehungsweise abgedichtet.
Das bedeutet: einfach vorsichtig herausheben? Fehlanzeige.
Hier half letztendlich nur noch kontrollierte Gewalt.
Mit Hammer und entsprechender Entschlossenheit wurde das alte Waschbecken Stück für Stück herausgelöst.
Dabei war natürlich Vorsicht angesagt, denn wir wollten nicht gleichzeitig noch den Schrank oder die angrenzenden Bauteile beschädigen. Danach begann die eigentliche Fleißarbeit:
Alle Kleber- und Sikaflexreste mussten entfernt werden. Vorsichtig, Stück für Stück.
Hier wurden Geschicklichkeit und Geduld noch einmal ordentlich auf die Probe gestellt. Aber auch das ist irgendwann geschafft.
Schritt 4:
Das neue Waschbecken kommt hinein
Jetzt kam endlich der Teil, auf den wir die ganze Zeit hingearbeitet hatten: Das neue Waschbecken konnte eingesetzt werden. Mit Sikaflex wurde es wieder sauber verklebt und abgedichtet.
Damit das Waschbecken während des Aushärtens nicht verrutscht und schön in der richtigen Position bleibt, haben wir es entsprechend beschwert. So konnte der Kleber in Ruhe ein bis zwei Tage aushärten. Tja... endlich wurden die Hanteln auch mal gebraucht!
Danach kam auf die obere Fläche wieder ein neues, starkes doppelseitiges Klebeband und die Kederdichtung. Und dann hieß es: Alles wieder zusammenbauen.
Platte drauf, Wasserleitungen anschließen – und hoffen, dass am Ende auch wirklich alles dicht ist.
Und was haben wir daraus gelernt?
Im Nachhinein war der Austausch gar nicht so kompliziert. Aber der Weg dorthin war alles andere als offensichtlich. Das größte Problem war eigentlich nicht das neue Waschbecken. Es war die Frage: Wie wurde das alte überhaupt eingebaut?
Wenn man ein solches Projekt zum ersten Mal auseinandernehmen muss, weiß man eben nicht, wo Schrauben sitzen, wo geklebt wurde und an welcher Stelle man gefahrlos ansetzen kann. Und genau deshalb hat es uns auch einiges an Überwindung gekostet, überhaupt anzufangen. Am Ende hat es funktioniert und wir haben uns rund 800 Euro gegenüber der veranschlagten Werkstattreparatur gespart. Aber ganz ehrlich?
Ein zweites Mal möchten wir das nicht machen.
Nicht, weil es nicht machbar wäre. Sondern weil wir unsere Freizeit dann doch lieber mit schöneren Dingen verbringen. Zum Beispiel mit unserem Eriba unterwegs zu sein.
Denn eigentlich soll Troll-lala ja nicht auf der Werkstatt stehen, sondern on Tour sein.
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