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Wohnwagen putzen – einmal rundum sauber, bitte!

  • Autorenbild: Troll lala on Tour
    Troll lala on Tour
  • vor 11 Minuten
  • 4 Min. Lesezeit
Wohnwagen putzen gehört definitiv zu den Dingen, bei denen man sich fragt: Warum habe ich eigentlich keinen schwarzen Wohnwagen gekauft?
Eine Frau reinigt das Dach von dem Wohnwagen Eriba Rockabilly.

Aber hilft ja nichts. Wer seinen Wohnwagen liebt und gepflegt haben möchte, muss eben ab und zu ran.

Und ja: Das kostet Zeit, Kraft und manchmal auch ein bisschen Überwindung.

Wir machen die Reinigung deshalb immer schön der Reihe nach.

1. Erst kommt das Dach

Ganz oben anfangen – logisch. Das Dach bekommt zuerst seine komplette Dusche und wird gründlich gereinigt. Gerade dort sammeln sich über die Zeit jede Menge Ablagerungen, Schmutz und Grünzeug. Wichtig! lasst das Dach zu! Damit ihr nicht aus versehen mit dem schmutzigen Schwamm an das Zeltstoff kommt. Erst, wenn grob alles beseitigt ist, das Dach aufstellen und vorsichtig um das Zeltstoff das Dach reinigen.

Dafür verwenden wir einen geeigneten GFK-Reiniger. Mit weichem Schwamm oder einer weichen Bürste arbeiten, anschließend gründlich mit Wasser abspülen. Ich verwende auch gerne den Vileda Bodenwischer für eine zwischen durch Reinigung ! Hier ein Tipp: Wenn du ein- oder zweimal im Jahr eine gründliche Reinigung machst, würde ich zu einem guten, speziellen Reiniger greifen. Für die Reinigung zwischendurch reicht meistens ein guter Allzweckreiniger.

2. Danach kommen die kleinen Dreckfallen

Vorher Nachher

Jetzt sind die ganzen Rillen, Fugen, Löcher, Abläufe und Regenrinnen dran.

Und genau da sitzt der Dreck nämlich besonders gerne.

Mit weicher Bürste, Pinsel oder Trink-Glasrohr-Bürsten kommt man auch in die kleinen Ecken.

Die Dach-Regenabläufe dabei nicht vergessen – die sollen schließlich Wasser abführen und nicht als Kompostieranlage dienen. Von hier kommen auch die schwarzen Regenstreifen.

Nach Bedarf auch den Dach-Dichtungsgummi abnehmen und reinigen oder komplett auswechseln.

3. Jetzt ist der Lack dran

Für den lackierten Aufbau nehmen wir einen milden Caravan-/Fahrzeugreiniger, der für Lack und Kunststoff geeignet ist. Keine aggressiven Haushaltsreiniger und keine Scheuermittel. Verwenden wir auch für das Auto.

Bei schwarzen Regenstreifen darf der Reiniger ruhig etwas länger arbeiten. Aber bitte nicht warten, bis er auf der Oberfläche komplett eingetrocknet ist.

Hier ist aber klar, wer Scheuermittel verwendet: Regenstreifen weg aber der Lack ist nicht mehr wie er war. Wobei oft helfen nur diese, wenn man den Wohnwagen vernachlässigt hat.

Wir nehmen diese hier:

Danach ordentlich abspülen.

Und wenn man schon dabei ist, kann man den Lack anschließend noch mit einer geeigneten Caravan-Politur bzw. Lackpflege auffrischen. Das sieht nicht nur besser aus, sondern hilft auch dabei, dass der nächste Dreck nicht gleich wieder eine Eigentumswohnung auf dem Wohnwagen eröffnet und die Regen-Tropfen perlen super ab.

Und auch hier ein kleiner Tipp meine Chemie-Professorin. Verwende am besten Produkte vom gleichen Hersteller. Die sind in der Regel auf einander abgestimmt. Sonst baust dir ein Chemiebaukasten auf dem Wohnwagen und wunderst dich warum sich dann plötzlich der Lack oder Gummi verabschieden!

4. Ganz zum Schluss: das Hubdach

Achtung, Scheren-Alarm! Die Hubdachscheren wollen regelmäßig etwas Fett – sammeln dafür aber auch liebend gerne Dreck. Und genau da kommt der Zeltstoff vorbei. Deshalb Scheren regelmäßig sauber machen und von altem Fett und Schmutz befreien. Beim Schließen immer schön darauf achten, dass der Zeltstoff nach innen gezogen wird und nicht an die Scheren gerät. Sonst gibt’s statt Campingromantik schnell eine kleine Stoffkatastrophe.


Jetzt kommt unser Zeltstoff vom Hubdach dran.

Den Stoff saugen wir zuerst innen und außen gründlich ab. Staub, Sand, kleine Krümel und sonstiger Camping-Zirkus müssen raus. Benutzt bitte die saubere Bürstenaufsätze nicht das Kunststoffteil, sonst habt ihr gleich neue Streifen die ihr beseitigen müsst.

Danach wird der Stoff mit einem speziellen Zelt-/Gewebereiniger gereinigt.

Wichtig: Nicht mit irgendwelchen aggressiven Haushaltsreinigern loslegen und auch nicht wild schrubben.

Bei Stock- oder Schimmelflecken kann zusätzlich ein dafür geeigneter Schimmel- bzw. Stockfleckenreiniger eingesetzt werden. Auch hier gilt: Vorher immer an einer unauffälligen Stelle testen.

Wir verwenden dafür ein feuchtes Tuch, sprühen etwas Zeltstoffreiniger darauf und reiben damit vorsichtig über den Stoff. Das Tuch zwischendurch immer wieder mit klarem Wasser ausspülen und anschließend erneut über den Stoff reiben.

Wir reinigen zuerst den gesamten Stoff von innen und anschließend genauso die Außenseite.

Bei hartnäckigen Flecken wiederholen wir den Vorgang einfach noch einmal.

Und jetzt kommt ein wichtiger Punkt: NICHT automatisch imprägnieren!

Nur weil man den Stoff gereinigt hat, muss man ihn nicht sofort wieder imprägnieren.

Erst einmal testen, ob der Stoff überhaupt noch wasserabweisend ist.

Einfach nach der Reinigung und vollständigen Trocknung etwas Wasser auf eine unauffällige Stelle geben.

Perlt das Wasser schön ab? → Alles gut. Keine neue Imprägnierung nötig.

Zieht das Wasser deutlich in den Stoff ein bzw. wird der Stoff undicht? → Dann kann eine geeignete Imprägnierung sinnvoll sein.

Warum? Weil eine zusätzliche Imprägnierung nicht immer automatisch besser ist. Gerade beim Hubdachstoff gibt es unterschiedliche Erfahrungen dazu. Deshalb lieber erst testen und dann handeln, statt nach dem Motto: Viel hilft viel.

Und jetzt mal ehrlich …

So eine Wohnwagenreinigung ist kein 20-Minuten-Projekt.

Das kostet Zeit. Das kostet Kraft. Und manchmal kostet es auch ein bisschen Lust.

Aber wenn man einen gepflegten Wohnwagen haben möchte, gehört es einfach dazu.

Wir machen das deshalb regelmäßig und nicht erst dann, wenn der Wohnwagen nach zehn Jahren aussieht, als hätte er inzwischen einen eigenen Wald angesetzt.

Denn eines ist sicher: Je regelmäßiger man putzt, desto weniger muss man später schrubben oder aggressive Reiniger verwenden.

Und genau deshalb heißt es bei uns:

Lieber regelmäßig putzen als irgendwann mit der Zahnbürste den Campingurlaub nacharbeiten.

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